Wie kann ich mit dem Rauchen aufhören?

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Jeder dritte Deutsche ist Raucher. Nikotinersatzmittel, Therapien und alternativen Behandlungsmethoden sollen dabei helfen, von den schädlichen Zigaretten wegzukommen. Welche Möglichkeiten es gibt und wie die Erfolgsaussichten der einzelnen Methoden aussehen, berichten wir in diesen Artikel.

Aufhören durch Willenskraft und Vorbereitung

atmenNachdem die letzte Zigarette geraucht wurde, treten relativ schnell Entzugserscheinungen wie Unruhe und Reizbarkeit auf. Darum ist es wichtig, sich gut auf das Aufhören vorzubereiten. In den ersten Tagen sollte die Diät auf frisches Obst und viel Wasser umgestellt werden. Das hilft gegen die Durst- und Hungerattacken, die kurz nach dem Rauchstopp auftreten.

Beschäftigung, etwa durch Sport, ist ebenso wichtig. Sie lenkt vom Entzug ab und hilft über die ersten Wochen hinweg. Daneben ist Willenskraft gefragt. Wer auch in schwierigen Phasen durchhält, wird die Lust auf eine Zigarette früher oder später verlieren und kann endlich rauchfrei leben. Das Aufhören durch Vorbereitung und Willenskraft wird von den meisten Rauchern bevorzugt und ist durchaus effektiv. Eine unterstützende Therapie ist dennoch hilfreich.

Beratung und Verhaltenstherapie

Die Beratung ist ein wichtiger Bestandteil der Entwöhnung. Raucher lernen dabei, die Ursachen für ihre Abhängigkeit zu ergründen und negatives Verhalten durch positive Erfahrungen zu ersetzen. Der Erfolg hängt jedoch von der Art der Therapie oder Beratung ab. Eine Selbsthilfegruppe kann andere Therapien unterstützen, wenn der Betroffene dort Menschen findet, die ähnliche Erfahrungen gemacht haben.

Zentren für Suchtprobleme bieten meistens eine telefonische Beratung an. Die Telefonseelsorge bewahrt vor Rückfällen und kann somit eine wichtige Unterstützung beim Aufhören sein. Medizinische Seiten und Internetforen sind eine gute Alternative zur persönlichen oder telefonischen Beratung. Im Netz finden Raucher Tipps und Ansprechpartner für spezifische Probleme und Unterstützung beim Aufhören.

Nikotinersatztherapie

arztarztPflaster, Kaugummis, Tabletten oder Inhaliergeräte mit Nikotin sind ein wirksamer Ersatz für Zigaretten. Medizinische Hilfsmittel lindern die körperlichen Entzugserscheinungen und erlauben es dem Raucher, sich zunächst auf seine psychische Abhängigkeit zu konzentrieren. Starke Raucher profitieren besonders von Arzneimitteln, die vor allem in Kombination mit einer Beratung gute Erfolgsaussichten bieten.

Präparate wie Vareniclin oder Bupropion (in Deutschland unter den Namen Champix und Zyban zu finden) helfen gegen Begleiterscheinungen wie Gefühlsschwankungen und depressive Verstimmungen. Aufgrund ihrer starken Nebenwirkungen (z.B. Schlaflosigkeit, Zittern und innere Unruhe) dienen sie vielen Rauchern als letztes Mittel, nachdem Beratung und Nikotinersatztherapie gescheitert sind.

Die Kombination verschiedener Mittel ermöglicht eine individuelle, auf die Symptome des Rauchers abgestimmte Behandlung. Eine Kombinationstherapie birgt allerdings auch Risiken und sollte deshalb in Rücksprache mit dem Arzt durchgeführt werden.

Erfolgsquote von Kombinationstherapien

Kombinationstherapien gehören zu den wirksamsten Methoden bei der Rauchentwöhnung. Die folgenden Therapie haben Erfolgsraten von 20 bis 30 Prozent:

Vareniclin bzw. Bupropion und Gruppentherapie: Die Kombination aus bewährten Mitteln wie Vareniclin oder Bupropion und einer Gruppentherapie hat gute Erfolgsaussichten.

Nikotinersatztherapie und Gruppentherapie: Eine Nikotinersatztherapie kann in Verbindung mit einer Beratung oder der Teilnahme an einer Selbsthilfegruppe langfristig zum Rauchstopp führen.

Jede Kombination hat ihre Pros und Kontras. Raucher, die mit dem Rauchen aufhören möchten, sollten sich bei ihrem Arzt oder Gesundheitsberater über die Vor- und Nachteile informieren und im Hinblick auf die Erfolgsaussichten eine passende Therapie wählen.

Alternative Behandlungsmethoden: Hypnose und Akupunktur

Eine Hypnose soll den Patienten unterbewusst vom Rauchen abhalten. Da keine Auseinandersetzung mit den zugrunde liegenden Rauchmustern stattfindet, sind langfristige Erfolge jedoch unwahrscheinlich. Das Erkennen und Beheben der negativen Verhaltensweise, die zum Rauchen führen, ist nur im Rahmen einer Beratung möglich. Wird die Gesprächstherapie durch alternative Behandlungsmethoden unterstützt, bestehen bessere Erfolgsaussichten.

Bei der Akupunktur werden die Suchtpunkte in Ohr und Rücken mit speziellen Nadeln behandelt. Die Wirksamkeit ist von Mensch zu Mensch sehr unterschiedlich, gilt im Allgemeinen jedoch als fragwürdig. Eine Kombinationsbehandlung aus Beratung und alternativer Behandlung empfiehlt sich auch hier.

Naturheilmittel helfen beim Rauchstopp

Verschiedene Mittel aus dem Bereich der Naturheilkunde können beim Rauchstopp helfen. Johanniskraut oder Baldrian reduzieren Verstimmungen und sind somit eine wirksame Ergänzung zur medizinischen Behandlung. Natürliche Mittel werden hauptsächlich als Unterstützung zu verschreibungspflichtigen Arzneimitteln eingesetzt, können dann jedoch eine spürbare Wirkung erzielen. Die Einnahme von natürlichen Mitteln und medizinischen Präparaten sollte vorher mit dem zuständigen Arzt besprochen werden, um Komplikationen zu vermeiden.

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