Großbritannien hebt Rezeptpflicht für Viagra auf

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Großbritannien hebt Rezeptpflicht für Viagra auf – Wir berichten warum Viagra in England bald rezeptfrei sein soll und was sich dabei für einen deutschen Bürger ändert. Alles in diesen Aritkel:

Großbritannien hebt Rezeptpflicht für Viagra auf

Seit mehr als 20 Jahren sind die bei Männern sehr beliebten „Blauen Pillen“ bereits auf dem Markt. Der enthaltene Wirkstoff Sildenafil hilft bei Erektionsstörungen und hat somit schon unzähligen Männern die verlorengeglaubte Männlichkeit zurückgegeben. Nun hat Großbritannien beschlossen, die Potenzpillen zukünftig von der Rezeptpflicht zu befreien. Dies teilte die US-Herstellerfirma Pfizer jüngst mit. Die britische Arzneimittelbehörde MHRA erteilte die Genehmigung für den rezeptfreien Verkauf von Viagra in Apotheken ab 2018. Welche Folgen dies für Käufer und Apotheker hat sowie weitere Fragen zur neuen Gesetzgebung wollen wir im folgenden Artikel näher erläutern.

Viagra in England

Welche Tabletten sind von der Rezeptbefreiung betroffen?

Aus der Verschreibungspflicht entlassen wurden nach der Entscheidung des MHRA Tabletten mit dem Wirkstoff Sildenafil in der Dosierung bis 50 mg. Konkret ist von der neuen Gesetzgebung das Präparat Viagra Connect von Pfizer betroffen. Ab sofort kann dieses von Männern ab 18 Jahren rezeptfrei in der Apotheke gekauft werden.

Kann wirklich jeder Mann Viagra ohne Rezept kaufen?

Grundsätzlich ja, allerdings ist die Voraussetzung eine Beratung durch den Apotheker. Bei Männern mit schweren kardiovaskulären Erkrankungen oder einem erhöhten Risiko für Leber- oder Nierenschädigungen ist die Abgabe kontraindiziert. Ebenso gilt dies bei bestimmten Dauermedikationen. Diese Gruppe von Männern muss weiterhin unter ärztlicher Aufsicht behandelt werden.


Warum wurde Viagra von der Rezeptpflicht ausgeschlossen?

Der Schritt soll vor allem den in den letzten Jahren immer stärker wachsenden Schwarzmarkt einbremsen. In den vergangenen Jahren wurde der Handel mit illegalen Potenzmitteln vermehrt zum Problem. Vor allem in der Party- und Clubszene wurde die „Blaue Pille“ häufig als Partydroge eingesetzt. Zwischen 2012 und 2016 hat sich die Zahl der illegalen Potenzmittel, welche beschlagnahmt wurden, mehr als versiebenfacht. Allein im letzten Jahr wurden gefälschte Pillen im Wert von mehr als 17,4 Millionen Pfund sichergestellt. Problem dabei ist, dass die illegalen Potenzmittel oft überdosiert sind oder schädliche Wirkstoffe wie Blei oder Arsen enthalten. Durch die Freigabe von Viagra soll dieser Entwicklung entgegengewirkt werden. Männer sollen ihre Potenzmittel zukünftig legal in Apotheken kaufen und nicht verleitet werden auf illegale Händler zurückzugreifen.

Welche Folgen (Vor- und Nachteile) hat die Freigabe von Viagra für Käufer und Apotheker?

Für Käufer hat der Entfall der Rezeptpflicht einen entscheidenden Vorteil, sie ersparen sich den mühseligen Gang zum Arzt und können die Potenzmittel ganz einfach in jeder Apotheke erwerben. Dies spart einerseits Zeit und wird auch viele davon abhalten bei illegalen oder ominösen Händlern zu kaufen. Somit kann gesichert werden, dass Männer wirksame Potenzmittel frei von gesundheitsgefährdenden Stoffen erhalten. Viele Männer empfinden schier eine Scham mit einem Arzt über ihr Problem zu sprechen. Durch den rezeptfreien Verkauf kann dies umgangen werden.

Aber auch der Pharma-Konzern Pfizer wird sich über die neue Gesetzgebung freuen, so hat dies mit Sicherheit positive Auswirkung auf dessen Absatz. Männer werden viel eher den Gang in die Apotheke suchen und aufgrund der neuen Gesetzeslage auf den Kauf bei unseriösen Händlern verzichten. Bis dato war ja oft die Rezeptpflicht Grund für die Bestellung über das Internet bei Händlern deren Seriosität in Frage zu stellen ist. Bereits 2008 hat der Viagra-Hersteller Pfizer bei der Europäischen Arzneimittelbehörde Ema beantragt, die Rezeptpflicht für Viagra-Pillen aufzuheben. Damals lehnte das Commitee for Medicinal Products for Human Use allerdings ab. Die neueste Entwicklung wird somit sehr im Sinne des Unternehmens sein.

Auf Apotheker wird hingegen etwas mehr Arbeit zukommen. Denn aufgrund des neuen Gesetzes werden sie viel mehr in der Verantwortung stehen. Sie müssen Männer nun verpflichtend beraten und über Risiken und Nebenwirkungen aufklären. Großbritannien ist allerdings nicht das erste Land, welches Viagra von der Rezeptpflicht freistellt. Bereits 2014 war dies in Neuseeland der Fall. Als erstes europäisches Land folgte Polen. Männer, die das Potenzmittel erwerben wollen, müssen einen Fragebogen ausfüllen, welcher anschließend vom Apotheker begutachtet wird. Dieser enthält 25 Fragen zu Vorerkrankungen oder sonstigen Medikamenteneinnahmen.
Da Männer jetzt nicht mehr vom Arzt untersucht werden und so die Eignung der Medikamenteneinnahme festgestellt wird, haben Männer somit selbst eine größere Verantwortung. Es gilt, im Sinne der eigenen Gesundheit, bei Fragen des Apothekers ehrlich zu antworten und keine Tatsachen zu verheimlichen.

Wird Viagra auch in Deutschland bald rezeptfrei zu erwerben sein?

Trotz der neuesten Entwicklungen in Großbritannien lässt Pfizer verlauten, dass angesichts der Stimmungslage in Deutschland und der Haltung gegenüber potenzsteigernden Pillen demnächst nicht mit einer rezeptfreien Abgabe zu rechnen sein werde. So wird man mit Sicherheit noch ein wenig Geduld haben müssen, bis Viagra auch in der Bundesrepublik ohne Rezept erworben werden kann. Pfizer hat aber angegeben, hier durchaus in nächster Zeit aktiv darauf hinzuarbeiten. Land für Land wolle man sich in Europa für eine rezeptfreie Abgabe einsetzen.

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